Seejungfern

Mündlich aus Swinemünde

Auf See sehen die Schiffer oft Seejungfern, die sind oben anzusehen wie Frauen, aber unterwärts geht ihr Leib in einen schuppigen Fischschwanz aus. Wenn so recht schöner Sonnenschein ist, kommen sie aus der Flut hervor und kämmen ihr langes Haar, kommen auch wohl zuweilen an Bord der Schiffe; allein sie werden diesen auch oft gefährlich, denn wenn sie so in großen Scharen gegen dieselben andrängen, ist es wohl schon geschehen, daß sie eins umgeworfen haben und die ganze Mannschaft hat ertrinken müßen. Zuweilen sieht man sie auch in Waßern auf dem Lande, das ist namentlich häufig der Fall in dem Graben an der Bohlbrücke bei Swinemünde. Dort sieht man eine Seejungfer in rothem Gewande sitzen, die klascht fröhlich in die Hände und lacht laut auf vor Freuden, wenn ein Mensch über die Brücke daherkommt.

Quelle:
Adalbert Kuhn / W. Schwartz: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Pommern, der Mark, Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Westfalen. Leipzig 1848, S. 11

 
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